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Canada

nr 105 _ the endless expanse – Vancouver, Wine and the Rockies

posted by HP Lang
Juni 7, 2026 363 0 4
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2026-06-08   Dass der Süden der Rockies der kälteste Abschnitt ist, hätte ich nicht gedacht. Mein Aufenthalt in den Bergen neigt sich zu Ende und wird mich in die große Ebene führen. Der Wechsel von Wildnis zum Kulturland wird merklich.

Der Weg führte vom oberen in den unteren Teil des Elk Valleys. Sowohl Elkford wie Sparwood sind Bergbau Städte in denen Kohle abgebaut wird, verwunderlicher Weise in Gipfelnähe im Tagebau!! Die Rockies wie der Himalaya sind „wachsende“ Gebirge und an diesen 2 Stellen drückt es in Falten die Kohle buchstäblich an die Oberfläche. Sie wird hier auf die Bahn verladen und in Neptune/Vancouver direkt nach China verschifft.

Good Bye Rocky Mountains – war super schön hier zu sein, obwohl ich gemerkt habe, dass mein Herz nicht nur für die Berge schlägt – liebe es exotisch. Vielleicht liegt es daran, dass die Versorgung doch ganz andere Hindernisse als Radfahrer aufwirft ( gemeint sind nicht nur die täglichen 1000 Höhenmeter oder mehr ) sondern die völlig überlaufenen Knotenpunkt an Kreuzungspunkten in den Tälern, alle sind super freundlich, aber doch in einer Mentalität die anders ist, wenn man bei uns auf einer Hütte kommt die mit Auto, Wohnmobil oder Bus erreichbar ist. Überhaupt ist der Stress der Wohnmobilisten die zu Tausenden unterwegs sind spürbar, weil die Sucht alles aufzusaugen den Run hervorruft – alleine British Columbia ist 12 mal grösser als Österreich ( dies in 2-3 Wochen ).

2026-06-06 Gleich nach Lake Louise hat für mich der schönste Teil angefangen. Erstens ein stark besuchter Radweg Richtung Banff und nach den ersten Grizzly Begegnungen, immer noch großen Respekt, aber meine Angst ist in den Hintergrund getreten. Banff selbst ist mit einem elektrischen Zaun umgeben damit die Zottel mit den braunen Haaren nicht einfach in die Stadt herein spazieren können. Stadt ist eigentlich auch übertrieben, eher ein Dorf mit viel Tourismus, aber ganz andere Qualität als Lake Louise.

Es war an der Zeit in das Canada ohne Tourismus einzutauchen. Zuerst mulmig ganz allein in die größte Grizzlydichte Kanadas mit dem Fahrrad zu durchqueren. Täglich waren es drei bis fünf Stück die seitlich Gras gefressen haben, vornehmlich „Sauabluama“ auch hier die erste Pflanze die in gelber Blütenpracht nach dem Winter erscheint. Für die Bären ein Willkommensfressen um ihre Reserven nach dem Winterschlaf wieder zu füllen.

Dem Spray Valley Trail folgende zum See aufgestiegen und wild gecampt ( Gorilla Camping nennt man das in Canada). Den nächtlichen Besuch hat der Bär in 10 m Entfernung markiert – der Proviant ging in den Bäumen 😄. Weiter dann in den Peter Louheed Park und quer durch den Kananaskis Distrikt. Unbeschreiblich ruhig und schön, kein Getöse, keine Auto’s.

Das Schönste für mich war der Aufstieg auf den Elk Pass und der Besuch der Elk Lakes. Der Pass selbst die letzten 200 Höhenmeter noch mit dickem Schnee bedeckt und nur an den Baumrändern befreit dafür feucht – Gatsch Gatsch und pfletsch Nass – Hochalpin, kein Grizzly höher als 1700m wegen der Schneelage, absolut spektakulär!

Am Morgen hat es meistens zwischen 2 und 3 Grad und meint klamme Finger beim Zeltabbau und Frühstück – kann sich mit Sonnenschein schon mal auf 25 bis 30 hochschaukeln und 30 min später sind es wieder 10 Grad….

2026-06-02 Nach dem Trubel im Icefieldpark, war ich froh, fast trocken im Rampart Wilderness Camp einen ruhigen Platz gefunden zu haben. Die Bären bestimmen hier ziemlich den Takt: Jeder Müll, auch die kleinen Snacksfolien müssen aus den Taschen und Fächern des Fahrrades entsorgt werden – die Zähne dürfen nicht im Freien geputzt werden, weil der Mint Geruch duftet – kein Essen auf den Zimmern weil sonst kleine Nager angezogen werden – alle Fenster und Türen dicht …..

Die aus 2069 m ins „Bow Tal“ war sehr schön aber die Hektik des Tourismus und der massive Verkehr war wenig erbaulich. Tourismus pur war dann in Lake Louise angesagt. Einerseits faszinierend so viele Nationalitäten unterschiedlichster Art an einem Ort anzutreffen, andererseits fast ein kleiner Albtraum für mich in so einem Tumult einzutauchen. Da er Morgen in der Früh wieder fast null Grad angesagt hat, habe ich Zuflucht im Hostel gesucht – nicht billig um ein Zimmer mit vier Leuten zu teilen, aber allemal besser als frieren und in der Kälte selber kochen. Nass in Kombination mit kalt macht einfach keinen Spaß!

Das Sendungsbewusstsein unserer nördlichen Nachbarn spricht Bände – darum sind sie einfach schwer auszuhalten 😅

2026-06-01 Schnee und Kälte auf 1950 m, da kommt Freude auf – bin bei Valmount zum Mt Robson Nationalpark abgebogen und gleich danach hat es angefangen zu regnen – 70 km 7 ° „voll nass“ bis Jaspar! Wunderbare Umgebung aber leider wenig Sicht 😏.


Bären zu umfahren wird definitiv nicht mein Hobby. Bis jetzt sechs Stück dreimal schwarz, dreimal braun, Grizzly war noch keiner dabei. In Jasper habe ich einen feinen Platz bei Bruce gefunden und bin gestern wenigstens trocken nach Beauty Creek gekommen.

 

Es fühlt sich hier alles etwas größer an, diese rohen Diamanten mit Ihren 3000 m, das ganze existierend Bären Unbehagen, die außerordentlich schöne Straße mit breiten Schultern für sicheres Fahrradfahren, zu Wissen dass die Nationalpark Straße von deutschen und Österreichischen Kriegsgefangenen nach dem zweiten Weltkrieg errichtet wurden und wie gestresst die Wohnmobilisten durch das Tal heizen. Im Visitorcenter war ich deutlich unterjährig den anderen Touristen gegenüber – eine Oldie Partie der verschiedenen Nation – oben angekommen im Schneetreiben auf 2070 m mit dem Fahrrad hat doch Aufmerksamkeit geweckt. Sehr Schade dass im Icefieldpark wetterbedingt die Gletscher nur erahnt werden könnten – wegat dem Sauwetter 😄.

2026-05-29 Nach dem Ende des Kettle Trails kam ein harter Abstieg nach Kelowna. Von der Stadt selbst, dürfte einer der reichsten Städte im Westen sein, war ich ziemlich enttäuscht, weil alles so blitzeblank war und die Leute ein wenig abgehoben sind und es fast nicht möglich gewesen ist einen Platz zu finden um sein Zelt aufzustellen. Ein Farmer hat sich dann meiner erbarmt und am nächsten Tag bin ich ins nahegelegene, liebenswerte Vernon geradelt, wo ich bei Anna und ihrem Mann einen super Platz direkt am Okanagan Lake gefunden habe.

Am nächsten Tag dann eine große Etappe von 130 km mit 1000 Höhenmetern nach Kamloops. Anna hat mich an ihre Freundin Marcia weitergereicht und ich hatte schon wieder außerordentliches Glück dort unterzukommen am Scheideweg nach Osten oder weiter nach Norden zu fahren.

Meine Entscheidung viel auf Norden, dem Fluss Thompson zu folgen und Richtung Jasper aufzubrechen. Wie man am großen Wohnwagen erkennt haben die Kanadier auch einen Hang zum übertriebenen 😅.

Über Clearwater nach Blue River –  habe ich Martin aus München kennengelernt, der eine ähnliche Strecke befahren will. Herrlich warme Tage mit 30 Grad und der Aussicht 5 Tage mit Schneefall in Jasper hängen zu bleiben – nicht erbaulich mit der Aussicht auf Nässe und Kälte.

Glücklicherweise haben wir dann einen Warmshower Host bei Lisa und Ted in Valemount gefunden die uns für zwei Nächte aufgenommen haben um dieses Regenwetter aussitzen zu können – eine lustige Runde und es hat richtig gut getan – von innen fühlt sich das kalte Regenwetter nicht mal so schlecht an 😁.

2025-05-25 Gleich hinter Princeton fängt der Great Trial an, der in diesem Teilabschnitt Kettle Valley Trail heißt und sich nach den Rocky Mountains teilt, in einen Ableger ans Nordmeer und an die Atlantikküste. Die nächsten 300 km sind Kiesstraße, keinen großen technischen Anspruch doch oft tiefes Kiesbett was türkisch ist. Erste längere Etappe führt nach Penticton.

Das nächste Stück von Penticton ist das landschaftlich spektakulärste, weil man freie Sicht auf ein Okanagan See hat, dessen Region auch diesen Namen trägt.
Kirschen, Äpfel, Weintrauben sprich Wein aus Kanada? Der Premierminister von Kanada hat aus Ärger über diesen rothaarigen, südlichen Nachbars Vollpfosten im Fernsehen erklärt, nicht mehr im Napa Valley einzukaufen, sondern den Wein von hier zu trinken. Diese Gegend musste ich sehen und das ist genau in dieser Provinz.

Weiters ist noch Outdoor Training angesagt, um meine Schiss vor den Grizzlys ein bisschen in Zaum zu halten. Die kommen hier in British Kolumbien an der Küste und in den Rocky Mountains vor. Nachdem es allerdings mehr Tote in Kanada von Schwarzbären gibt, relativiert sich die Sache 🥱😅.

Dreimal Bärenkontakt bis heute ( einen davon direkt am Zelt ) und das goldene Dreieck lernen, meint 100 m Abstand von einem Punkt zum anderen, ergo Kochen, Schlafen und Lebensmittel sind getrennt .

Für einen Mitteleuropäer ist hier alles ein bisschen aus den Fugen und meint: 30° Temperaturunterschied sind normal, liebliche Landschaft und wilde Natur gleich um die Ecke, unglaublich praktisch orientierte Menschen wie die man bei uns meist nur bei Handwerkern findet, alles mit Dienstleistung scheint völlig überteuert besonders übernachten egal auf welche Art, trotz scheinbar gutem Sozialsystem, dass die Kanadier natürlich mit dem amerikanischen vergleichen, gibt es in Ballungsräumen eine sehr hohe Zahl an homeless people, Sport und Nationalstolz hält die Kanadier zusammen – die Separatisten in Alberta werden vermutlich mit ihrer orange Locke auch nicht glücklich werden, freundlich aber doch sehr konservativ oder habt Ihr bei uns schonmal 6 Damen mit Ihren Dackeln spazieren gesehen?
2026-05-22 Nach drei Nächten in Vancouver losgefahren und über Chilliwack, Hope, Manning Park nach Princeton knapp an die US Grenze. Die Canadier haben einen echten Schleim auf die Amis, die klare Haltung der Regierung spricht des Premierministers gefällt allen gut. Besonders aufgefallen ist mir auf der Fahrt in die Berge, dass die Natur eigentlich weiter ist wie bei uns und meint von Pflaumen sind kleine Früchte zu sehen ebenso bei den Kirschen und den endlosen grossen Feldern mit Blaubeeren östlich von Vancouver.
Die Täler werden enger, die Besiedlung nimmt stark ab und übernachtet habe ich in 1300 m Höhe nach einem angenehmen Aufstieg in T-Shirt und kurzen Hosen. Zum Frühstück musste ich nicht die nasse kondensierte zelthaut zum Trocknen auslegen, sondern konnte mit schütteln das Eis entfernen. Die Temperaturunterschiede von 30°, machen mir noch zu schaffen.

2026-05-18 Vancouver = mit nichts zu vergleichen. Heute ist Queen Victoria day, Canada’s „Mother of Confederation“ ein Highlight den ganz Kanada erfasst und erklärt wieso sich die Kanadier mehr bei den Briten zu Hause fühlen als bei ihren südlichen Nachbarn. Dieses Verbindende durfte ich gestern beim Kauf einer SIM-Karte erfahren: im Geschäft saßen drei Verkäufer, eine Inderin aus Kerala, ein dunkel Pigmentierter aus dem Kongo und ein zarter Sikh aus Afghanistan – freundlich und zuvorkommend in bestem kanadischen Style – miteinander und nicht mit diesem Ausländer raus Geplärre.

Anderes Thema: Meine Ahnung von Fußball hört nach Krankl, Schneckerl, Polster, vielleicht noch Alaba auf, aber im Stadion unten wird das Halbfinale in ein paar Wochen ausgetragen.

Der Wechsel macht es aus, Kleinstadt fast Dorf zu Metropole, Strände voller Menschen, die Verbundenheit mit dem Meer und den Cocktail von Leuten aus der ganzen Welt. Würde wetten dass mindestens die Hälfte aller Leute hier einen asiatischen Hintergrund haben. Am ähnlichsten vielleicht mit San Francisco aber garantiert zwei Levels höher – die vielen über die Hügel verteilten Einfamilienhäuser, die Nadeln der Wolkenkratzer die das Zentrum der einzelnen Bezirke markiert, dazwischen Natur die üppig Platz hat und die Weite die ein Hafen mit Segelbooten einfach vermittelt – nicht zu vergessen: Fahrradwege überall !

2026-05-16 Melancholisch zum Abschied, wie immer, der Film der Vergangenheit rollt vorbei, ein trauriges Auge auf alles was nicht gelungen liegen geblieben ist, die Spannung vor dem Neuen und die Unsicherheit des Kräftemessens der Pole. Das Gute meiner Menschen hat keinen wirklichen Platz bis zur Schwelle – erfolgt der Finale Schritt, ändert sich Alles in ein tiefes Ausatmen, eine Art Erleichterung und Rückblick. Eine schöne Zeit meine Menschen.

2026-05-14 War noch nie da – eine richtige Überforderung für einen der gern einen Überblick über Land und Leute bekommen möchte. Es ist so unglaublich groß und weitläufig, dass ich mir schwer tue an welchem Eck ich wirklich beginnen soll. Die Formalitäten sind erledigt, das hinkommen geklärt und das Fahrrad fast verpackt.

Nach fünf Monaten am indischen Subkontinent war die Sehnsucht groß, dorthin zu gehen wo man das Wasser unbedenklich trinken kann, in einem See baden Freude bereitet oder durch die endlose Weite der Landschaft zu ziehen, Ruhe mit freundlichen Eigenbrötlern 😅.

Freu mich sehr – höre schon die Sager mit: jetzt es ist ja schon wieder weg, aber was soll’s ….. die Freude wärmt mein Herz 🤗.

Ein arabischer Freund, hat mir morgentlich die nachstehenden Zeilen zukommen lassen, nachdem ich Ihm meine kurzfristigen Pläne erzählt habe:

السلام عليكم ورحمة الله وبركاته أسأل الله الذي ليس لقضائه دافع ولا لعطائه مانع ، ولاتخفى عليه الطلائع ، ولاتضيع عنده الودائع ، وهو للدعوات سامع ، وللكربات دافع ، وللدرجات رافع ، أن يجعل لي وأحبتي في هذا اليوم وكل يوم من كل هم فرجا ومن كل ضيق مخرجا وأن يبدل حزننا فرحاً ، وان يبدل مرضنا بشفاء وعافيه وعسرنا يسرا
اللهُـمَّ حرم وجوهنا ووجوه احبابنا ووالدينا ومن له حق علينا عن النار والعذاب
🌹صباح الخير ياوجه الخير🌹

Friede, Barmherzigkeit und Segen Gottes seien mit Euch. Ich bitte Gott, dessen Ratschluss unumstößlich und dessen Gnade unenthaltsam ist, vor dem nichts verborgen und bei dem nichts verloren geht, der Gebete erhört, Not lindert und erhöht, mir und meinen Lieben heute und an jedem Tag Linderung von jeder Sorge und Befreiung von jeder Not zu gewähren, unsere Trauer in Freude, unsere Krankheit in Heilung und Wohlbefinden und unsere Schwierigkeiten in Leichtigkeit zu verwandeln.

O Gott, beschütze unser Angesicht, das Angesicht unserer Lieben, unserer Eltern und aller, die ein Anrecht auf uns haben, vor dem Feuer und seiner Qual.

🌹 Guten Morgen, du gütiges Antlitz!🌹

Genau das ist der wahre Grund wieso ich die Welt erkunde – solche Menschen und Freunde kennen zu lernen, die losgelöst von den Mühen und Niedrigkeiten des Alltags das Wohlwollen bewahrt haben.

Eine respektvoll Verbeugung. Danke.

 

 

 

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Comments

1 Kommentar
  1. posted by
    Karin Sophie
    Juni 4, 2026 Reply

    Ein bärig kaltes Abenteuer. Ich wünsche dir noch viele nette und warmherzige hosts. Ich habe die Canadians immer von ihrer liebenswertesten Seite kennen gelernt. Take care

  2. posted by
    bischu
    Mai 14, 2026 Reply

    Have a good time.
    i Love you

    • posted by
      HP Lang
      Mai 14, 2026 Reply

      😘

      • posted by
        Karin
        Mai 19, 2026 Reply

        Und tatsächlich bist du schon wieder unterwegs. Es hat Suchtfaktor.

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