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Canada

Nr 109 _ the endless Expanse – the east – Atlantic area

posted by HP Lang
Sep. 8, 2026 432 0 0
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2026-08-04 Ankunft im Osten in New Brunswick – Fläche 10 % kleiner als Österreich, aber mit 775 Tausend Einwohner nicht „überbevölkert“ und letzter grosser Abschnitt auf dem Weg nach Osten. Das Land ist offiziell sprachlich gemischt und ich hoffe, dass Englisch wieder alltäglich wird. Ich war doch sehr überrascht, dass im Süden und Osten in Quebec die Leute sehr wenig oder kein Englisch sprechen – maximal die Jugend, aber nicht das Mittelalter !

Nach 3 Tagen sehr durchzogenem Wetter, teils mit Starkregen wurden die Pisten zu richtigen Dreckschleudern und meine Füße haben aschfahl oder leichengrau ausgesehen – irgendwie war es trotzdem spannend, auch wenn langsam über die Tage alles durchnässt ist. Anyway ab morgen soll es besser werden!

2026-08-05 So auffällig oft gegrüßt wurde ich am Morgen noch nirgends – die Leute aus New Brunswick sind sehr freundlich. Heute bin ich von Edmundston weiter nach Grand Falls und nach Süden Richtung Hartland. Nichts weltbewegendes und führt im Grunde an der Grenze von Maine US Richtung Süden.

Ein sehr auffälliges Merkmal hier ist der Totenkult: nirgends in Kanada habe ich gesehen dass so viele christliche Glaubensgemeinschaften, Anglikaner, Baptisten, Adventisten und ein paar Katholiken und ihre dazugehörigen Friedhöfe so präsent und sichtbar am Straßenrand sind. Die Anlagen schauen alt, sind aber sehr gepflegt mit gemähtem Rasen und sehr oft mit Blumenschmuck.

2026-08-07 In flottem Tempo bin ich dem Saint John River bis an die Küste gefolgt. Man hat mir erzählt, dass New Brunswick ein klassisches Durchreiseland ist und irgendwie ist mir ja das gleiche „passiert“. Anbei noch meine Friedhof Story Rhythmus 😁 und eine schöne Begegnung mit Charles in der Hauptstadt Fredericton die so groß wie Bregenz ist, aber ausgebreitet wie ein Pfannkuchen mit Einfamilienhäuser im Zentrum und Mehrfamilienhäuser am Stadtrand.

Von dort dem großen Fluss bis an Meer gefolgt zur Bay of Fundy, der Bucht mit dem größten Tidenhub der Welt ( bis zu 5 Geschosse hoch ). Durch das untere Nadelöhr in Saint John wird soviel Wasser gedrückt und gesogen, das es nur in einem sehr kleinen Zeitfenster möglich ist die Stelle zu passieren. Wenn der Wasserspiegel sinkt entstehen dabei riesige Strudel die alles in die Tiefe saugen.

2026-08-09 Mit der Fähre in zwei Stunden auf die andere Seite nach Nova Scotia, Port of Digby übergesetzt. Alles sehr ähnlich, aber doch deutlich ärmer und reduzierter. Alles schaut überraschend flach aus und man merkt die besondere Konstellation eines Microklimas das von den beidseitigen Ozeanen eine kontinuierliche Wärme übers ganze Jahr gespeist wird – Getreide Äpfel und anderes Obst.

Die Überfahrt von der Nord- an die Südküste auf einem alten Eisenbahn Trail war ziemlich herausfordernd, weil mit groben Steinen gespickt und nicht stoppen wollendem Regen – völlig durchnässt habe ich am Abend einen Zufluchtsort in einem ausgelassenem Baseballfeld in Springfield gefunden.

Vom Zentrum an die Mahone Bay und über Chester an der wunderschönen Küste entlang Richtung Halifax. Ein sehr wohlhabender Streifen in dem der Tourismus blüht und die 1 Million Einwohner ihre Ferienhäuser haben.

2026-08-10 In Halifax ( Hauptstadt von Nova Scotia ) auf einem sehr angenehmen und gepflegten Rail Trail erreicht. Sehr Multi-Kulti und natürlich individuell bis zum Umfallen –  meint Ladys mit voll Tattoo stolzieren mit Ihrer Pracht durch die Gegend, LGBTQ immer präsent und kümmert niemand, nicht so ein Theater wie manchmal bei uns.

Die Stadt liegt ähnlich wie Québec City von zwei Seiten mit Wasser umgeben ist aber vier oder fünf Mal so groß. Hier geht’s den Leuten gut und es macht alles einen sehr gehobenen Eindruck – die Teuerung macht Allen zu schaffen aber wo nicht momentan.

2026-08-11 Kann wirklich was die Hauptstadt, am meisten beeindruckt hat mich wie viel Geld in die Hand genommen wird um öffentliche Spielplätze, Schwimmbäder, Bewegungsstätten mit gratis Fahrradverleih für alle sozialen Gruppen gibt oder eine wunderbare Bibliothek in der man z.b die 3D Drucker und alle Abteilungen von Computer gratis nutzen kann – und da ist richtig was los!

Außergewöhnlich ist auch die Zitadelle, ein Touristen Magnet und liegt prominent mit guten Meerblick in der Mitte der Stadt.

Vielen Dank auch an Denzil und Haley denen ich ein Loch in den Bauch gefragt habe und mich so gastfreundlich aufgenommen und verköstigt haben. Dankeschön.

2026-8-13 Kreuz und quer Richtung Norden mit dem Ziel Sydney war die nächste Etappe. Zuerst entlang des Atlantic trails direkt an der Küste und danach ins Landesinnere von Nova Scotia.

Es hat schon sehr viel Gemeinsamkeit mit Schottland und es ist nicht verwunderlich wieso sich Menschen die ausgewandert sind oft jene Landschaften suchen welche Ihnen vertraut sind

Wunderschöne und interessante Landschaften und wie im oberen Bild stößt man hier auf Dinge die nicht zu erwarten sind. Es hat schon sehr viel Gemeinsamkeit mit Schottland und es ist nicht verwunderlich wieso sich Menschen die ausgewandert sind oft jene Landschaften suchen welche Ihnen vertraut sind.

2026-08-13 Leider Abschied aus Nova Scotia mit ein paar Bildern aus dem Norden – the Celtic Zone natürlich mit dem klassischen Fidel Sound 😁.

Nebenbei fängt hier im Norden wieder das Celtic Thema an – so wie es dargestellt ist bekommt man das Gefühl dass die Entwicklung der Menschheit in diesem Breitengrad angefangen hat oder  anders gesehen, dass hier doch alles schottisch geprägt ist und die das von dort importiert haben – Gerüchte halten sich ja wie bekannt hartnäckig.

Herzlichem Dank an Joe und Irene – sie haben mich buchstäblich von der Strasse aufgepickt und herrlich bewirtet – habt Ihr schon mal überlegt ob man mich auch Schmarotzer bezeichnen könnte? Ich sage nein, weil weltoffene Menschen es schätzen einen Reisenden am Tisch zu haben, dort wo sie auch schon waren oder von Neuem zu hören !!!

2026-08-15 Letzter großer Sprung von North Sydney Nova Scotia nach Port aux Basques auf die Insel Neufundland. Langsam geht es ins Finale und es sind noch schwach 1000 Kilometer.

So nach 3 Monaten Tour hab ich immer eine bisschen eine Art Heimweh, das Vagabunden Leben mit maximaler Flexibilität und Freiheit wieder mit vertrauten, geliebten Gesichtern um mich zu haben. Der Empfang war rauschend !

Die Lage Newfundland ’s ist spektakulär – vom Breitengrad auf der Höhe Südenglands oder der Bretagne, sind hier die Temperaturen doch deutlich tiefer und es geht rauher zu. Bin gespannt – August ist zwar der wärmste Monat hier, aber vor St. John’s kann Dir schon passieren, dass ein Eisberg vorbei tanzt.

Die Ausblicke sind so scenisch und neu – es ist wirklich schwer sich dem zu entziehen oder anders formuliert es ist außergewöhnlich schön.

2026-08-21 Die letzten Tage waren geprägt von Regen und immer bedecktem Himmel. Nach St George bin ich rechts in Richtung Landesinnere gefahren und auf einem langen Tracks hoch nach Buchans und weiter nach Badger, Grand Falls Winsor nach Gander und weiter in den Terra Nova Nationalpark.

Übernachten ist verdammt teuer hier und kostet praktisch immer über € 100 – nach oben keine Grenzen. Also regengeschützt campen in neuen Lagerhallen, Denkmälern und Veranstaltungsplätzen. Die Leute sind extrem freundlich – vorgestern hat mir einer einen Platz empfohlen und in der Dämmerung ist er mit 2 Bier vorbei gekommen um sich zu erkundigen ob mir eh nichts fehlt…. super nett!

Die Mitte voll besetzt mit Wald, Bäumen und Büschen am Straßenrand die in den Straßenraum wachsen, wechselt das Gesamtbild wenn  man in die Nähe des Meeres kommt. Die Küste, nicht unähnlich der Norwegens ist durch Fjorde bestimmt. Zu erkennen nur wenn man den Finger in die Suppe steckt und dran leckt – oh salzig! Aber nicht selbstverständlich weil man den ganzen Tag an irgendwelchen Seen vorbeifährt deren Ende hinter Bäumen nicht abschätzen kann. Im Terra Nova Nationalpark war es dann wirklich Meer, sehr klar und sauber und eines der besten Fisch und Lobster Gebiete der Welt.

2026-08-18 Szenische Bilder wohin man blickt – der dauernde Wind und das wechselnde Wetter machen die Stimmung.

Die letzten 2 Tage habe ich 180 km auf Schotterpiste zurück gelegt, weggerissene Straßen, Bäche überquert, 1700 Höhenmeter gemacht obwohl der höchste Punkt nur 396 m war, geschunden in einem Wort und den Regen immer im Nacken. Schön war es trotzdem.

2026-08-23 Richtung Cape Buonavista war umwerfend und die Bilder können das nur schwach wiedergeben.

Umso weiter es hinaus zu Spitze gegangen ist, umso spektakulärer ist es geworden. Von der Spitze des John Cabot, „Entdecker 1497“ kurz nachdem Christopher Columbus in „Westindien“ angekommen war, hat die Canada Story im Rahmen des britischen Empires begonnen.

Dieser Giovanni Cabot, ein Genueser wie Columbus, ist nach vielen Jahren in Venedig vermutlich wegen eines steuerlichen Geschichte, nach GB geflüchtet und hat als nächste Karriere die Linie zu den Gewürzen und deren Reichtum im Rahmen des Empire gesucht. Erst seine zweite Tour war erfolgreich.

Next Station der Dundegon provincal Park nebenan. Hier hat sich das Meer in der unterschiedlichen Sedimentierung Höhlen mitten ins unterirdische Gelände gegraben.

2026-08-25 Von der Spitze retour tauchten die kleinen Häfen auf und es war klar wie der Lebensunterhalt hier bewältigt wird: Fischfang und Tourismus! Die Serien der Hochsee Krabbenfischerei kommen genau aus dieser Ecke.

Über die Küstendörfer der Halbinsel zurück Richtung „Festland“ ging es an Port Rexton nach Trinity, einem historischen Dorf das den Engländern und Franzosen gedient hat, weiter Richtung Clarenville.

 

Blaubeeren hat es hier, eine wahre Pracht – „hampflawies“ 😄 gegessen, doch wie es hald ist in nördlichen Gefilden: das Wetter schlägt rasant um – richtiger Regentag heute, erstaunlicherweise ist die Temperatur hoch bei ca 20 Grad.

Mein Tag hat heute einen außergewöhnlichen Abschluss gefunden: Dylan hat mich von der Strasse aufgepickt und hat mich eingeladen in seiner Hütte zu übernachten und hat mit bisher nie getrunkenem Strawberry- Pear Cider überrascht. War sehr berührt ab seiner Gastfreundschaft und der Freundlichkeit seiner Frau Courtney – nicht Mal 30 Jahre alt und so offene Herzen – großartig und vielen Dank.

Alles Gute für Euer Baby im Dezember!

2026-08-28 Von Clarenville bin ich dann der Küste entlang leicht nach Avalon in den Süden nach Dildo – nein, nichts zum einführen, es heißt einfach so. Nach einen zweitägigen Regen Pause war mir das Wetter gnädig in den letzten Sommertagen auf Newfundland.

Weiter nach Cupins, der ältesten Besiedelung des britischen Empire im frühen 17. Jahrhundert und der Historic Site von Brigus auf der gegenüberliegenden Seite der Halbinsel. Es gibt überall Platz einen überzeugenden Schlafplatz zu finden und dem täglichen „Schwumm“ steht nichts im Wege.

Jetzt wirklich am südlichsten Punkt in Holyrood hinauf zur nördlichsten Spitze. Für nächste Woche ist eine deutliche Abkühlung angesagt und man merkt an jeder Ecke wie Alle das letzte bisschen Sommer noch versuchen auf zu saugen.

2026-08-29 Irgendwie die letzten Meter gefühlt an die nördliche Spitze Avalons Richtung Poch Cove mit großartigem „letztem“ Zeltplatz und sentimentalen Gefühlen – es geht dem Ende zu und freue mich nach St John’s aufzubrechen – keine große Distanz, aber die Beine haben sich schwer angefühlt. Unterwegs zu sein ist viel spannender als das Ziel zu erreichen!

Und dann ist es bunt geworden – richtige bunte Holzfassaden und kein billiges Plastik Blendwerk, dichte Bebauung und kultivierte städtische Atmosphäre starten.

2026-08-31 Szenische Hauptstadt dieses St John’s, spektakulär hinter einem engen Fjord vom Atlantik geschützt und mein außerordentliches Glück hier einen wunderbaren Zufluchtsort gefunden zu haben.

Die beste Bouillabaisse meines Lebens und einen Ort des langsamen Herunterfahrens verdanke ich einer flüchtigen Bekanntschaft mit Henry und seiner frisch Anvertrauten am anderen Ende der Insel, der mit einem kurzen Call mir die Tür zu seinen Eltern, Kate and Doug, in St John’s geöffnet hat – außergewöhnlich und auf den Punkt gebracht: genau das was ich gebraucht habe – wow wow wow großartige Gastfreundschaft, Style und Freiheit – Danke.

2026-09-04 Letzte Station Toronto mit buchstäblich krachendem Empfang, überfluteten Straßen und 3 Stunden Verspätung.

2026-09-02 Gestern noch einen bemerkenswerten Ausflug zum Cape Spear, dem östlichsten Punkt Nordamerika’s mit Doug.

Verteidigungspunkt gegen Deutsche U-Boote im zweiten Weltkrieg und Erinnerungen an den besonderen kanadischen Einsatz und Präsenz im 1. und 2. Weltkrieg, vielen Toten und deren Überzeugung der Freiheit der Welt zum Sieg zu verhelfen.

Nachstehend noch ein paar Aus- und Einblicke in das kulturelle Leben in St John’s.

Heute Nachmittag beginnt meine Rückreise mit einem mehrtägigen Zwischenstopp in Toronto.

2026-09-06 Eintauchen in eine Großstadt hat immer eine sehr spannende Seite von Kunst und Kultur, mit dem Beigeschmack der „leichten“ Überforderung ab dem vielen Neuen. Eines der Highlights war das Aga Khan Museum, Zentrum der Ismaeliten, mit Base in Ägypten, Persien und Farsi als Sprachraum. Der Khan selbst lebt in Genf und mir erklärt sich der ungeheuere Reichtum nicht, obwohl ich schon einige Ihrer Orte besucht habe – mit Vorarlberg Bezug: Sie haben im Wesentlichen den islamischen Friedhof in Hohenems finanziert.

Von der Art Gallery of Ontario war ich nicht besonders begeistert, das Gebäude kommt zwar von Frank O Gerry, aber die gepriesen Ausstellungen von Kusama und Matisse/Monet waren absolut nicht berühmt. Die außergewöhnlich große Sammlung von Henry Moore und der Indocanadier Ranbir Sidhu waren jedoch sehr bemerkenswert.

Besonderen Dank an Alison und Curtis, die mir mit Ihrer wunderbaren Gastfreundschaft einen tollen Abschluss meiner Reise und das Kennenlernen von Toronto ermöglicht haben! Noch ein paar anschließend Bilder….

2026-09-08 Rückflug von Toronto nach Frankfurt, ankommen im kompliziertesten Flughafen Europas, Fahrrad zusammen bauen und losradeln Richtung Mannheim. Eingestiegen in den Regionalexpress nach Karlsruhe und mit dem Bummler nach Konstanz am Bodensee. Ich liebe es Vorarlberg über den See zu entfliehen und auch zurück zu kehren.

Wenn man so in aller Stille über den Bodensee gleitet, sieht man nach einer längeren Abstinenz in welchem privilegierten Umgebung wir leben. Genug Wasser, tolle Infrastruktur, Public Transport an jeder Ecke, großartige Landschaft und Umgebung, keine Visas und komplizierte Einreiseformalitäten, einfach verdammt viel Viel. Es war schön wieder anzukommen.

 

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